Adressierung ist Medienbildung

Adressierung ist Medienbildung

Adressierung ist Medienbildung: Wer öffentliche Aussagen verstehen will, muss erkennen können, wann ein „Wir“ Verantwortung benennt – und wann es sie verdeckt.

Medienbildung beginnt nicht erst bei Quellenprüfung, Plattformwissen oder technischer Kompetenz. Sie beginnt bereits bei der Frage, ob eine öffentliche Aussage überhaupt adressierbar ist.

Wer sagt: „Wir müssen mehr tun“, erzeugt zunächst keine Klarheit. Entscheidend ist die Anschlussfrage:

Wer ist gemeint? Regierung, Verwaltung, Unternehmen, Medien, Parteien, Institutionen, Bürgerinnen und Bürger, konkrete Entscheider, Betroffene oder Profiteure?

Ein indifferentes „Wir“ kann Verantwortung so breit verteilen, dass sie niemanden mehr trifft. Genau deshalb gehört der Umgang mit solchen Sprachfiguren zur Medienbildung. Wer öffentliche Kommunikation verstehen will, muss erkennen können, wann Sprache Zuständigkeiten benennt – und wann sie diese verdeckt.

Adressierung ist daher eine Grundkompetenz demokratischer Medienwahrnehmung.

Sie fragt nicht nur, ob etwas stimmt, sondern auch: Wer spricht? Für wen? Über wen? Mit welchem Auftrag? Aus welcher Position? Und wer bleibt unbenannt, obwohl er gemeint sein müsste?

Dazu ist jetzt ein essayistischer Kommentar erschienen:

Audio im Podcast Restspannung – Der Essay-Podcast:
https://restspannung.andersenstorm.com/podcast/gegen-das-indifferente-wir/

Langfassung des Textes auf ausderLiebe.de:
https://ausderliebe.de/ausderliebe-in-die-welt/gegen-das-indifferente-wir/

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